Wie wir die Wende schaffen

Prof. Stefan Emeis

Prof. Stefan Emeis

100 bis 200 Millionen Euro gibt der Landkreis Weilheim-Schongau jedes Jahr aus, um seinen Energiebedarf zu decken. Wenn diese Summe im Landkreis bleiben würde, wäre das eine wünschenswerte regionale Wirtschaftsförderung. Prof. Stefan Emeis, der Vorsitzende des Klimabeirats des Landkreises Weilheim-Schongau, führte drei weitere Gründe an, warum wir die Energiewende schaffen müssen: das Klima, die Endlichkeit der Rohstoffe und die Verringerung der außenpolitischen Abhängigkeiten.

Maximal 20 % der Energie im Landkreis können laut Emeis mit einem Mix aus Sonnen- und Windenergie, Geothermie, Biomasse und Wasserkraft bereitgestellt werden. 50 Prozent müssen durch technische Effizienzsteigerung, aber auch Verhaltensänderung eingespart werden. Der Rest muss seiner Meinung nach weiterhin von außen zugeführt werden. Stefan Emeis favorisiert zu diesem Zweck Offshore-Windanlagen.

Andreas Scharli, Berater im Kompetenzzentrum Energie der Bürgerstiftung Energiewende Oberland (EWO), sieht weiterhin Chancen für einen energieautarken Landkreis bis 2035, weil sich das Wirtschaftswachstum vom Energieverbrauch abkoppeln und das Potential aus erneuerbaren Energien wachsen wird. Eine nachhaltige und effiziente Nutzung von Energieholz zum Beispiel kann im Oberland den von Stefan Emeis genannten Energiemix ergänzen.

Wer Energie einsparen will, sollte z. B. mit einem Strommessgerät heimliche Stromfresser ermitteln und alte Heizungspumpen sowie Kühlgeräte gegen effiziente ersetzen. Scharli nannte noch viele Möglichkeiten und verwies zum Thema Wärmedämmung von Häusern auf eine landkreisweite Kampagne, die im Frühsommer gestartet wird.

Andreas Scharli und Stefan Emeis erhielten ein Präsent von der UIP (Claudia Fenster-Waterloo, Leo Barnsteiner)

Andreas Scharli und Stefan Emeis erhielten ein Präsent

In der Diskussion ging es u. a. um die Energiespeicherung. Beide Referenten sprachen sich gegen ein Pumpspeicherwerk am Jochberg aus, das nur Tagesspitzen ausgleichen könnte. Es ist besser, überschüssigen Strom mithilfe von CO2 in Methan umzuwandeln und in das vorhandene Erdgasnetz zu speisen, das noch hohe Aufnahmekapazität aufweist.

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