Müll-kolaus liest McDonald’s die Leviten

UIP bei McDonald's in Weilheim

Bei McDonald’s in Weilheim: Rosi Hutter von der Umweltinitiative Pfaffenwinkel übergibt Restaurantleiter Sven Süring (ganz rechts) den Müllsack und liest ihm die Leviten. (Foto: Claudia Fenster-Waterloo)

Mit ganz besonderen Leckereien war der Sack gefüllt, den Weihnachtsfrau Rosi Hutter von der Umweltinitiative Pfaffenwinkel (UIP) am 9. Dezember bei McDonald’s in Weilheim ablud: Ekliger Verpackungsmüll lugte da heraus und der duftete keineswegs.

All diese Verpackungen stammten von McDonald’s. Hat die UIP etwa ein Jahr lang bei McDonald’s gegessen und die Verpackungen aufgehoben? Nein. Aber UIP-Schriftführerin Rosi Hutter hat ein paar Wochen lang immer wieder Müll gesammelt auf den Straßen südlich von Weilheim. Und nun wollte sie diese stinkende Beute wieder loswerden.

Sie überreichte dem Restaurantleiter, Sven Süring, den Sack mit den Worten:

Von drauß vom Lande komm ich her,
ich muss Dir sagen, mir graust es sehr.
Überall in den Wiesengrunden
Hab ich McDonald-Müll gefunden.

Dann las sie ihm ganz ungereimt die Leviten. Sie protestierte gegen die Ex- und Hopp-Mentalität, die McDonald’s unterstützt. „Leberkässemmel-Verpackungen liegen nicht so viele rum“, sagte sie.

Rosi Hutter war besonders erbost, weil die Firma ja seit 2010 eine „Anti-Littering-Strategie“ betreibt, bei der Kunden durch Videospielchen und Internettrailer zur richtigen Müllentsorgung „animiert“ werden sollen. Sie bezweifelte, dass dadurch McDonald’s-Kunden ernsthaft davon abgehalten werden, ihren Verpackungsmüll bequem und rücksichtslos durch das Autofenster zu entsorgen.

Der Restaurantleiter fand die Vorwürfe berechtigt, meinte jedoch, er könne nur an das Verantwortungsbewusstsein seiner Kundinnen und Kunden appellieren.

Da dies aber offensichtlich nicht ausreicht, muss McDonald’s andere Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel

  • Einweg-Verpackungen vermeiden
  • die Gemeinde und den Landkreis bei der Straßenreinigung unterstützen
  • ein Pfandsystem für Verpackungen einführen oder
  • das Zurückbringen von Verpackungen mit einem Bonus belohnen.

Sven Süring wurde dann noch aufgefordert, die Beschwerde an seine Vorgesetzten weiterzugeben. Er sicherte dies auch zu.

Unabhängig davon wird aber auch die UIP einen Brief an die deutsche Konzernzentrale schicken. Rosi Hutter erzählte, sie habe mit solchen Briefen schon Erfolg gehabt. Denn die von ihr vor 20 Jahren monierten Polystyrol-Behälter für Hamburger gebe es heute nicht mehr. Ihre Devise: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“

Die UIP ist gespannt, ob sich die Situation verbessern wird. Oder muss der Müll-kolaus nächstes Jahr wiederkommen mit Sack und Rute?

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