Ist Alt das neue Neu?

Ein Zeichen setzen gegen den Konsum durch Konsum – wie geht das? Zum Beispiel, indem man Kleidung gebraucht kauft

Wegwerfartikel Kleidung?

Der Kleiderschrank scheint gut gefüllt, doch trotzdem ist nichts Passendes zu finden. Viele kennen dieses Problem nur allzu gut und auch die perfekte Lösung, denn mal eben schnell ein Oberteil kaufen oder eine Hose mitnehmen gehört zum Lebensstil vieler Konsumenten: Preiswerte Modehausketten wie Zara, Primark und H&M machen brandneue Komplettoutfits erschwinglich, auch wenn die Partyklamotte danach für immer in der Schublade landet – oder in der Altkleidersammlung. Die Deutschen sortieren schnell wieder aus, bei Schuhen wird dies besonders deutlich: Jeder Achte trägt seine Schuhe weniger als ein Jahr, kaum einer repariert Kleidung noch. Das ist eines der besorgniserregenden Ergebnisse der repräsentativen Umfrage des Instituts Nuggets. Im Auftrag von Greenpeace befragten die Marktforscher 1011 Personen zwischen 18 und 69 Jahren zu ihrem Umgang mit Mode. Zeitlos und strapazierfähig soll Kleidung sein? Von wegen: „Mode ist zum Wegwerfartikel verkommen und genauso kurzlebig wie Plastiktüten oder Einweg-Geschirr“, sagt Kirsten Brodde, Textil-Expertin von Greenpeace. Frauen besitzen durchschnittlich 118 Kleidungsstücke, Männer 73 Teile, ohne Strümpfe und Unterwäsche. Immerhin ein Drittel der Deutschen hat aber mindestens doppelt so viele Teile im Schrank.

Neue Kleidung, aber zu welchem Preis?

Mit dem Geld, das wir für ein neues Kleidungsstück ausgeben, unterstützen wir den Hersteller, dessen Produktionsbedingungen und Geschäftspraktiken. Dabei ist die Rechnung relativ einfach: Gute Herstellungsbedingungen schlagen sich auf die hohen Preise der Kleidung nieder. Wer billig produziert, macht Abstriche bei der Qualität und den Produktions- und Arbeitsbedingungen.

Auch weitere Aspekte sind hier problematisch: Jedes Produkt verbraucht zur Herstellung Energie, Wasser und Rohstoffe – Ressourcen, über die wir und meist keine Gedanken machen, dennoch sind sie meist verantwortlich für weltweite Umweltschäden (z.B. Erdöl zur Herstellung von Kunst- und Treibstoffen), die Zerstörung ganzer Landschaften und finanzieren bewaffnete Konflikte (z.B. durch Abbau von Gold oder Coltan für die Produktion von Elektronik) oder treiben den Klimawandel voran (z.B. bei Kohleverbrennung zur Energiegewinnung).

Durch bewusste Konsumentscheidungen können wir unseren Beitrag zu diesen Problemen leisten: Für gebrauchte Produkte, die wir anstelle neuer Produkte kaufen werden keine Ressourcen verbraucht oder extra Rohstoffe produziert. Zudem verlängern wir das Produktleben und vermeiden Müll, denn je länger Dinge genutzt werden, desto weniger wird weggeworfen und neu gekauft.

Der Kauf aus zweiter Hand

Gebrauchte Kleidung kann man mittlerweile überall und jederzeit bekommen: auf Flohmärkten in der Umgebung, in Second-Hand-Läden vor Ort, Tauschbörsen im Internet, uvm… Vor allem im Internet boomen Tauschbörsen und Second-Hand- Handel und sind in allen Variationen aufzufinden: Sei es in regionalen Facebook-Gruppen, in klassischen Plattformen wie Ebay oder Kleiderkreisel oder in neuen Second-Hand- Onlineshops wie Ubup, wo kein Unterschied mehr zu „First-Hand-Shops“ erkennbar ist.

Second Hand ist vielfältig, einmalig, und umweltschonender – je mehr Menschen gebrauchte Kleidung weitergeben und nutzen, desto größer ist der Beitrag für unsere Umwelt und damit auch für uns selbst.

Die Devise lautet also: (Second-Hand-) Kleidung kaufen, um die Welt zu retten 😉

Quellen: https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/textilindustrie/mode-bewusst

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