Die Umgehung Huglfing/Oberhausen und die tatenlosen Politiker – ein Rückblick

Es ist kaum zu glauben, welche Versprechungen und Ausreden von manchen CSU-, SPD-Amtsträgern sowie von Verwaltungsbeamten seit 1980 kamen, wenn es um eine umweltschonende und kostengünstige Umgehung der B472 von Huglfing/Oberhausen ging.

 

1980 Das Versprechen einer Umgehungsstraße

Als 1980 die geplante Queralpenautobahn politisch nicht durchsetzbar war, wurden im Regionalplan den Gemeinden an der B472 Umgehungsstraßen versprochen. Dazu sollten die Gemeinderäte Vorschläge für mögliche Trassen einreichen. Der Gemeinderat Huglfing schlug die Umgehung auf bestehenden Straßen vor, einschließlich des später erfolgten Baus der Südspange Weilheim.

Mehrmals wurden dazu Unterschriften gesammelt, sowohl in Huglfing wie auch in Oberhausen. Bürgermeister Greiner von Huglfing hatte dazu auch Schriftverkehr mit verschiedenen Amtsträgern, mit Landtagsabgeordneten, dem Straßenbauamt und höheren Behörden. Die Antworten dazu waren Vertröstungen und Ausreden. Auch die Antworten die der Bund der Steuerzahler zur Umgehung auf verschiedene Anfragen bekam waren nichtssagend und am Thema vorbei.

 

Schienen statt Trasse?

Beim staatlichen Bauamt wurden offensichtlich Fehler bei den Planungen zu den Umgehungen in Weilheim (Südspange-Tieflage statt Kreisverkehr), Peißenberg (mehrfache Ammer-Überquerung), Hohenpeißenberg (Auslagerung zum Hangrutsch) und Peiting-Schongau (fehlende Anbindung der Papierfabrik) gemacht.

Bei einer Versammlung in Oberhausen war ein Vertreter des Straßenbauamts anwesend und schwieg zu den Vorschlägen der Umweltinitiative Pfaffenwinkel e.V. (UIP). Die Initiatorin der Versammlung wollte zur Umgehung keine konkreten Trassenpläne vorlegen. Später meinte sie dazu, man sollte den entstehenden Straßenverkehr auf die Schiene verlagern. Es gibt dazu bisher keine Vorstellungen wie dies zwischen Lindau und Salzburg erfolgen soll.

 

Die Bürgermeister an der B472

 Das Interview mit Ex-Bürgermeister Böhm aus Polling war weltoffen mit Weitblick zum interkommunalen Gewerbegebiet Achalaich. Er meinte das wäre besser mit Bundesstraßen-statt bisheriger Staatsstraßen-Anbindung. Zudem meinte er, die Situation der Ortsteile Etting und Oderding könnte durch den Ausbau der B2 verbessert werden durch eine Tieferlegung der Bundesstraße in Etting und einer Auslagerung der Straße durch Oderding in Verbindung mit dem Hochwasserschutz.

Seine Nachfolgerin, Frau Beetz, hielt es nicht für nötig, sich mit den Vorschlägen der UIP zu befassen, indem sie den Schriftverkehr verweigerte.

Oberhausens Ex-Bürgermeister Sterzer und sein Nachfolger Thomas Feistl befürworten die Vorschläge der UIP, da sie den Durchgangsverkehr durch Oberhausen, auch auf der Kreisstraße WM 15 nach Peißenberg-Wörth, verringern möchten. Der geplante Neubau der Umgehung, die in Oberhausen münden soll, würde die Belastung vergrößern.

Bürgermeister Kamhuber, Huglfing, „argumentierte“ die vorgeschlagene umweltfreundliche Umgehung der UIP würde jetzt schon nicht angenommen und wäre nicht geeignet. Er vergisst dabei die bestehende Beschilderung, die falsche Routenführung der meisten Navi’s sowie die fehlende Einschleifmöglichkeit (oder verkehrsgesteuerte Ampelanlage) von der Südspange nach Peißenberg.

Bürgermeister Loth, Weilheim, lieferte bei dem Interview durch die UIP nur Ausreden ohne Sachargumente. Er meinte dazu mit ihm gäbe es keine Umgehung die auf der Südspange basiert. Gründe dafür nannte er nicht. Auch der Hinweis zur Entlastung der Waisenhausstraße in Weilheim wurde von ihm ignoriert. Den Abdruck des Interviews im OHA lehnte er ab.

 

Durchfahrt Oberhausen sei „günstige Variante“

Die Petition zur umweltschonenden Umgehungsvariante an das bayerische Landtagsamt wurde vom Ausschuss für Wirtschaft und Medien, Infrastruktur, Bau und Verkehr, Energie und Technologie beraten und mit einer Stellungnahme des bayerischen Staatsministeriums des Innern, Bau und Verkehr als erledigt erklärt. In der Stellungnahme werden Statistiken genannt, und falsche Behauptungen aufgestellt zur Fahrtzeit und Nichtannahme der Strecke. Die Durchfahrt durch Oberhausen auf der WM15 wird als günstige Variante bezeichnet und der Neubau einer Einfädelspur bei Polling wird verschwiegen. Eine darin versprochene Verkehrsuntersuchung im Hinblick auf den aktuellen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) wurde nicht durchgeführt.

Die Anschreiben der UIP an die Oberste bayrische Baubehörde, dem bayerischen Innen- und Umweltministerium sowie der Staatskanzlei wurden mit unqualifizierten Aussagen, die von örtlicher Unkenntnis zeugen, beantwortet.

Bundesverkehrsminister Dobrindt lehnte die Aufnahme der Umgehung Huglfing/Oberhausen in den aktuellen Bundesverkehrswegeplan als vordingliche Maßnahme ab. Offensichtlich hat er Wissenslücken in seiner Heimat, sonst würde ihm aufgefallen sein, dass derzeit zwischen Huglfing und Peißenberg keine realistische Möglichkeit besteht für einen dreispurigen Ausbau wie auf anderen vielbefahrenen Bundesstraßen. Den Einspruch der UIP in Verbindung mit einem Ortstermin konnte er nicht befürworten.

 

Erfolge auch ohne Rückhalt der Politik

Das Anschreiben der UIP an die Routen- und Navi-Planer ergab eine Änderung der schnellsten Strecke durch den ADAC; der ACE wollte dies auch prüfen. Inzwischen wurde ein Flyer zur alternativen Umgehung von Huglfing/Oberhausen erarbeitet, um viele Verkehrsteilnehmer auf eine günstigere Route abseits davon hinzuweisen.

Informationen dazu erhalten Sie bei der UIP und in mehreren Artikeln der Zeitung OHA sowie auf den zugehörigen Web-Seiten: https://www.uip-online.de/ und http://www.oha-zeitung.de/

 

Bernhard Maier, Peiting, Co-Vorsitzender der UIP

 

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