Der UIP-Stammtisch vor Ort – ein Treffpunkt für (Umwelt)Interessierte

Das Carsharing-Konzept

Den Einstieg gestaltete Martin Heinz (Geschäftsführer von Carsharing Pfaffenwinkel) mit einem kleinen Vortrag über die Geschichte und die Entwicklung des Carsharings. So ist die Idee des öffentlichen Autoteilens bereits 1948 in der Schweiz entstanden. Dieses ursprüngliche Konzept einer Zweckgemeinschaft wurde jedoch wieder verworfen und kam erst 1989 in einigen deutschen Städten (Berlin, Freiburg etc.) wieder auf.

Inzwischen ist Carsharing vor allem in den Städten weit verbreitet und weist innerhalb dieses Oberbegriffes verschiedene Unterkonzepte auf. Carsharing Pfaffenwinkel bietet das klassische Konzept an. Dies beinhaltet verschiedene Autos, die auf festen Stellplätzen (vorzugsweise in Bahnhofsnähe) stehen und von dort, nach dem Abschließen einer Rahmenvereinbarung sowie einer vorherigen Reservierung, abgeholt und gefahren werden können. Nach der Nutzungszeit werden die Autos wieder an den jeweiligen Stellplatz zurückgebracht und stehen erneut allen weiteren Carsharern zur Verfügung.

Die Grundidee des klassischen Carsharing-Konzeptes ist, dass man Ressourcen teilt, die sonst ungenutzt herumstehen, mit dem Ziel möglichst weniger privater Neuanschaffungen. Zielgruppe seien deshalb überwiegend Familien oder Mehrpersonenhaushalte, die anstatt des Erwerbs eines Zweitwagens nun die Möglichkeit des Carsharings nutzen können. Ein entscheidender Hintergrundgedanke ist, dass das Auto nicht direkt vor der Haustür und nicht zur alleinigen Verfügung steht. Somit wird auch die Schwelle das Auto für kurze oder unnötige Fahrten zu nutzen, ein wenig höher gelegt. Die Erfahrungen von Carsharing Pfaffenwinkel zeigen, dass Carsharer weniger Geld für Auto und Fahrten brauchen, da sie auch weniger fahren.

Wie sich auch in der anschließenden Diskussion zeigte, wird die Idee des Carsharings gut angenommen. Ob man dieses Angebot selber nutzen möchte, muss jeder selbst entscheiden. Hilfreich ist hierbei eine individuelle Kostenaufstellung des eigenen Autos im Vergleich zu einer regelmäßigen Nutzung des Carsharingautos sowie ein Hinterfragen der persönlichen Fahrgewohnheiten.

Mobilität im Pfaffenwinkel

Im Gedankenaustausch über das Carsharing Projekt im Pfaffenwinkel, kamen weitere Mobilitätsprobleme in unserem Landkreis zur Sprache: Menschen ohne Führerschein verfügen über nur wenig Möglichkeiten in kleineren Orten eine Arbeitsstelle aufzunehmen. Die öffentlichen Verkehrsmittel weisen hier oft erhebliche Lücken im Tagesablauf auf – Schichtarbeit ohne Auto ist fast nicht möglich. Während dem Stammtischgespräch fand hierzu ein reger Gedankenaustausch statt und einige konstruktive Ideen wurden gesammelt. Um diese Thematik weiter zu bearbeiten, bildete sich spontan ein organisationsübergreifender Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr im Pfaffenwinkel“.

Ausblick

Der „Stammtisch vor Ort“ wird nun im regelmäßigen Abstand an verschiedenen Orten des Landkreises angeboten werden. „Wir freuen uns auf jeden, der zu unserem Stammtisch dazustoßen möchte, ob als Zuhörer, Mitdenker oder Mitgestalter“ betont UIP-Vorsitzende Renate Müller.

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